
Anthurium wendlingeriG.M.Barroso
Eine außergewöhnliche hängende Anthurie mit einem spiralförmigen Korkenzieher-Spadix
Anthurium wendlingeri gehört zu den auffälligsten hängenden Anthurien Mittelamerikas. Anders als viele der großen, aufrecht oder kletternd wachsenden Arten entwickelt sich diese Art als hängender Epiphyt und bildet lange, schmale Blätter sowie außergewöhnlich lang gestreckte Blütenstände.
Sein spektakulärstes Merkmal ist der Spadix. Während er zunächst relativ gerade erscheint, entwickelt er mit zunehmender Reife eine ausgeprägte Spirale und kann schließlich eine charakteristische korkenzieherartige Formannehmen.
Die Art wurde 1965 von Graziela M. Barroso anhand von Material aus Costa Rica beschrieben. Heute ist Anthurium wendlingeri über ein weites Gebiet von Südost-Nicaragua über Costa Rica und Panama bis nach Nordwest-Kolumbien bekannt.
Wissenschaftliche Einordnung
| Merkmal | Einordnung |
|---|---|
| Wissenschaftlicher Name | Anthurium wendlingeri G.M.Barroso |
| Familie | Araceae |
| Gattung | Anthurium Schott |
| Sektion | Porphyrochitonium |
| Wuchsform | Hängender epiphytischer Halbstrauch |
| Natürliches Verbreitungsgebiet | Südost-Nicaragua bis Nordwest-Kolumbien |
| Lebensraum | Tropischer Feuchtwald und prämontaner Regenwald |
| Erstveröffentlichung | 1965 |
| Autorin | Graziela M. Barroso |
Herkunft & Verbreitung
Anthurium wendlingeri besitzt ein vergleichsweise großes natürliches Verbreitungsgebiet in Mittelamerika und im nordwestlichen Südamerika.
Das Areal reicht von Südost-Nicaragua über Costa Rica und Panama bis nach Nordwest-Kolumbien.
Die Art kommt über einen beträchtlichen Höhenbereich vor. Moderne Aufsammlungen dokumentieren Vorkommen von etwa 250 bis 1700 Metern über dem Meeresspiegel.
In ihrem gesamten Verbreitungsgebiet ist A. wendlingeri an feuchte tropische Waldlebensräume gebunden und wächst überwiegend epiphytisch auf Bäumen.
Die Entdeckung von Anthurium wendlingeri
Die Geschichte von Anthurium wendlingeri beginnt in Costa Rica.
Graziela M. Barroso beschrieb die Art 1965 anhand von Material aus der Provinz Cartago bei Turrialba in etwa 700 Metern Höhe.
Als Typusfundort wurde Pavones bei Turrialba angegeben. In der ursprünglichen Veröffentlichung erscheint allerdings die Bezeichnung „Turones“. Spätere botanische Arbeiten konnten diesen Ortsnamen als Schreib- beziehungsweise Überlieferungsfehler klären und dem heutigen Fundort Pavones zuordnen.
Das Typusmaterial wurde von Wendlinger gesammelt, dessen Name im Artepitheton wendlingeri erhalten ist.
Bemerkenswert ist, dass Barrosos ursprüngliche Beschreibung auf lebendem Material beruhte. Dieser Umstand ist für die Interpretation der Art besonders interessant, da sich gerade der Blütenstand und seine Färbung während der Entwicklung deutlich verändern können.
Originalbeschreibung
Die Art wurde von Graziela M. Barroso 1965 erstmals veröffentlicht in:
„Especie nueva de Anthurium (Araceae) originaria de Costa Rica“
Boletín de la Sociedad Venezolana de Ciencias Naturales 26: 151–152.
Die Erstveröffentlichung enthielt auch eine Abbildung der neu beschriebenen Art.
Barroso charakterisierte A. wendlingeri als epiphytische Anthurie mit auffällig hängendem Wuchs, langen und schmalen Blättern sowie einem ungewöhnlich langgestreckten Blütenstand.
Besonders interessant ist die ursprüngliche Angabe zur Farbe des Spadix: Barroso beschrieb ihn als dunkel purpurfarben.
Spätere Beobachtungen zeigten jedoch eine größere Variabilität hinsichtlich der Färbung und der Entwicklung des Spadix. Diese Unterschiede wurden später zu einem wichtigen Bestandteil der taxonomischen Untersuchung der Art.
Wuchsform
Anthurium wendlingeri wächst als hängender Epiphyt mit einem relativ kurzen Stamm und kurzen Internodien.
Der Stamm kann etwa 20 cm lang werden, während die Internodien gewöhnlich ungefähr 1,5–2 cm messen.
Die Pflanze bildet kräftige Wurzeln, die an ihre epiphytische Lebensweise angepasst sind.
Ältere Cataphylle trocknen braun ein und zerfallen mit zunehmendem Alter in grobe, längs verlaufende Fasern, die am Stamm erhalten bleiben können.
Mit zunehmender Größe entwickeln sich Blätter und Blütenstände weit nach außen und hängen schließlich frei nach unten. Dadurch entsteht die charakteristische Architektur der Art.
Blätter
Die Blätter sind im Verhältnis zu ihrer Breite außergewöhnlich lang.
Ausgewachsene Blattspreiten können ungefähr
32–80 cm lang und 3–11 cm breit
werden.
Sie sind länglich bis oblong geformt, besitzen eine zugespitzte Spitze und eine abgerundete bis abgestutzte Basis.
Die Oberseite ist dunkelgrün und kann leicht samtig wirken. Auf beiden Blattseiten können verstreute drüsige Punktierungen auftreten.
Die Mittelrippe ist deutlich ausgeprägt. Auf jeder Seite können etwa 11–24 primäre Seitennerven vorhanden sein.
Die Kombination aus den extrem langen, schmalen Blättern und dem hängenden Wuchs verleiht A. wendlingeri ein Erscheinungsbild, das sich deutlich von den breit herzförmigen Blättern vieler bekannter Anthurien unterscheidet.
Der Blütenstand
Die Blütenstände sind ausladend bis hängend und sitzen an vergleichsweise langen Blütenstandsstielen.
Der Pedunkel kann etwa 13–42 cm lang werden.
Die Spatha ist relativ schmal und erreicht gewöhnlich etwa 7–11 cm Länge bei 0,8–1,3 cm Breite.
Während ihrer Entwicklung ist sie meist grün und kann mit zunehmender Reife rötliche bis purpurfarbene Töne entwickeln.
Nach der Anthese beginnt die Spatha zu verwelken und kann sich dabei vom sich weiterentwickelnden Spadix wegrollen.
Der Korkenzieher-Spadix
Das spektakulärste Merkmal von Anthurium wendlingeri
Der Spadix ist das wohl charakteristischste Merkmal von Anthurium wendlingeri.
Im jungen Zustand ist er zunächst relativ gerade.
Mit fortschreitender Entwicklung beginnt er sich jedoch zunehmend zu krümmen, bis er eine ausgeprägte spiralförmige Struktur bildet.
Bei einem ausgewachsenen Blütenstand kann der Spadix eine lange, nahezu korkenzieherartige Gestalt annehmen und eine Länge von etwa 80 cm erreichen.
Diese ungewöhnliche Form ist keine Fehlbildung.
Sie stellt ein charakteristisches Entwicklungsstadium der typischen Form von A. wendlingeri dar.
Dadurch verändert sich das Erscheinungsbild des Blütenstandes im Laufe seiner Entwicklung erheblich. Eine junge Pflanze mit einem frisch erscheinenden Blütenstand kann deshalb völlig anders wirken als dieselbe Pflanze einige Wochen später, wenn sich der Spadix vollständig spiralig entwickelt hat.
Blüten
Die Einzelblüten sind klein und sitzen dicht entlang des ungewöhnlich langen Spadix.
Die Blüten sind vierzählig und besitzen vergleichsweise unscheinbare Tepalen mit fein papillöser Oberfläche.
Die Blütenentwicklung schreitet entlang des Spadix fort und erzeugt die charakteristische Anordnung der sichtbaren Blüten in den Spiralen.
Die enorme Länge und die spätere Krümmung des Spadix machen die Fortpflanzungsstruktur von A. wendlingeri zu einem der auffälligsten Merkmale innerhalb seiner Sektion.
Früchte & Samen
Nach der Blüte entwickelt sich eine hängende Fruchtstandsachse.
Die Beeren sind ungefähr 5 mm groß und meist rot. Sie können annähernd kugelförmig bis etwas länglich sein.
Die Spitze ist abgeflacht und besitzt eine kleine zentrale Vertiefung.
Eine Beere enthält mehrere Samen, gewöhnlich bis zu etwa vier.
Auch nach der Blüte bleibt damit die charakteristische hängende Architektur der Pflanze erhalten.
Taxonomische Geschichte
Die Taxonomie von Anthurium wendlingeri wurde besonders interessant, nachdem weitere Populationen untersucht und miteinander verglichen wurden.
Die ursprüngliche Beschreibung beruhte auf Material aus Costa Rica. Spätere Aufsammlungen zeigten jedoch eine bemerkenswerte morphologische Variabilität innerhalb des weitreichenden Verbreitungsgebietes.
Unterschiede wurden unter anderem bei
- Blattform und Blattproportionen,
- Oberflächenstruktur,
- Spathafarbe,
- Spadixfarbe
- und insbesondere beim Entwicklungsverhalten des Spadix
festgestellt.
Diese Unterschiede führten schließlich zur Anerkennung eines eigenständigen infraspezifischen Taxons.
Anthurium wendlingerivar. horichii
2022 wurde Anthurium wendlingeri var. horichii von Thomas B. Croat beschrieben.
Die Varietät ist aus Costa Rica bekannt, insbesondere von der karibischen Seite der Talamanca-Region. Dort wächst sie in tropischen Feuchtwäldern und prämontanen Regenwäldern.
Wie die typische Form besitzt auch sie einen hängenden epiphytischen Wuchs.
Besonders auffällig ist erneut der Spadix.
Während die typische Form ihren charakteristischen spiralförmigen Spadix entwickelt, wurde var. horichii vor allem durch einen geraden Spadix zur Anthese charakterisiert.
Daneben bestehen Unterschiede in mehreren weiteren morphologischen Merkmalen, unter anderem bei Blatt- und Blattstielmerkmalen sowie bei der Färbung der Spatha und des Spadix.
Anthurium kubickiiund seine Beziehung zu var. horichii
Die taxonomische Geschichte wird durch den Namen Anthurium kubickii noch interessanter.
Dieses Taxon wurde zunächst separat beschrieben, da die entsprechenden Pflanzen eine ungewöhnliche Kombination von Merkmalen zeigten.
Weitere Untersuchungen und Vergleiche mit dem Typusmaterial von A. wendlingeri führten jedoch zu einer Neubewertung.
In der großen Revision der hängenden Porphyrochitonium-Arten aus Costa Rica und Panama von 2024 wird Anthurium kubickii daher als Synonym von Anthurium wendlingeri var. horichii behandelt.
Damit zeigt diese Geschichte sehr schön, wie sich botanische Namen verändern können, wenn neue lebende Pflanzen und historische Belege miteinander verglichen werden.
Spiralförmig oder gerade?
Die Unterschiede zwischen der typischen Form und var. horichii sind besonders faszinierend, weil sie ein so auffälliges Merkmal der Fortpflanzungsbiologie betreffen.
Typische Form – A. wendlingeri
Kennzeichnend sind:
- hängender epiphytischer Wuchs,
- sehr lange, schmale Blätter,
- langgestreckte Blütenstände,
- und vor allem der spiralförmige bis korkenzieherartige Spadix.
A. wendlingerivar. horichii
Kennzeichnend sind unter anderem:
- das deutlich kleinere bekannte Verbreitungsgebiet,
- Unterschiede an Blatt und Blattstiel,
- rötliche Spathen,
- und ein zur Anthese gerader Spadix.
Die Revision von 2024 verwendet die Form des Spadix als eines der wichtigsten Merkmale zur Unterscheidung der beiden Formen.
Gleichzeitig wird betont, dass innerhalb des gesamten Verbreitungsgebietes noch beträchtliche morphologische Variabilität vorhanden ist.
Natürlicher Lebensraum
In ihrem natürlichen Lebensraum wächst Anthurium wendlingeri in feuchten tropischen und prämontanen Wäldern.
Als Epiphyt wächst die Pflanze auf Bäumen und ist nicht auf einen direkten Kontakt mit dem Waldboden angewiesen.
Ihre hängende Wuchsform ermöglicht es den langen Blättern und Blütenständen, frei von Ästen und Stämmen nach unten zu wachsen.
Da die Art über einen beträchtlichen Höhenbereich vorkommt, unterscheiden sich die klimatischen Bedingungen zwischen den einzelnen Populationen.
Blüte und Fruchtbildung können über das gesamte Jahr hinweg auftreten und sind nicht auf eine einzige kurze Blütezeit beschränkt.
Erhaltungszustand
Der Erhaltungszustand von A. wendlingeri muss gemeinsam mit seiner infraspezifischen Vielfalt betrachtet werden.
Die typische Form besitzt ein großes Verbreitungsgebiet über mehrere Länder Mittelamerikas und bis nach Kolumbien und gilt derzeit als vergleichsweise wenig gefährdet.
Anders stellt sich die Situation bei var. horichii dar.
Diese Form besitzt ein wesentlich kleineres bekanntes Verbreitungsgebiet in Costa Rica. Teile ihres Lebensraums sind durch die landwirtschaftliche Nutzung der umliegenden Regionen bedroht.
Die regionale Bewertung von 2024 stuft A. wendlingeri var. horichii deshalb als Critically Endangered (CR) ein.
Die typische Form wird dagegen deutlich weniger kritisch eingeschätzt.
Diese Differenzierung zeigt, weshalb es für den Naturschutz wichtig ist, die innerhalb einer Art vorhandene regionale und morphologische Vielfalt zu berücksichtigen.
Kultivierung & Pflege
Anthurium wendlingeri sollte möglichst entsprechend seiner natürlichen epiphytischen Lebensweise kultiviert werden.
Licht
Helles, gefiltertes Licht ist ideal. Sanfte Morgensonne kann gut vertragen werden, während starke Mittagssonne vermieden werden sollte.
Luftfeuchtigkeit
Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist empfehlenswert. Gleichzeitig sollte für eine gute Luftbewegung gesorgt werden.
Substrat
Die Wurzeln benötigen ein lockeres, luftiges Substrat mit sehr guter Drainage.
Rinde, grobe mineralische Bestandteile und andere epiphytisch geeignete Materialien sind besser geeignet als ein dichtes, wasserhaltendes Erdsubstrat.
Wasser
Die Wurzeln sollten gleichmäßig mit Feuchtigkeit versorgt werden, gleichzeitig aber ausreichend Sauerstoff erhalten.
Dauerhafte Staunässe sollte vermieden werden.
Temperatur
Warme Temperaturen während des aktiven Wachstums sind ideal. Eine natürliche Abkühlung während der Nacht entspricht der Lebensweise der Art, solange keine länger andauernden kalten Bedingungen auftreten.
Wuchsform
Eine ausgewachsene Pflanze benötigt ausreichend Platz, um frei nach unten hängen zu können.
Die langen Blätter und vor allem der außergewöhnliche Blütenstand sollten nicht zu einem aufrechten Wuchs gezwungen werden.
Variegata.Vienna Empfehlung
Anthurium wendlingeri sollte nicht einfach als eine weitere seltene Anthurie betrachtet werden.
Die Art besitzt eine hoch spezialisierte epiphytische Wuchsform, die sich am besten entfaltet, wenn die Pflanze ausreichend Raum zum Hängen erhält.
Ein erhöhter Standort, eine Ampel oder eine andere Kulturform, die den natürlichen hängenden Wuchs ermöglicht, ist besonders geeignet.
Der wichtigste Punkt bei einer ausgewachsenen Pflanze ist Platz.
Die Blätter können außergewöhnliche Längen erreichen, während ein Blütenstand einen Spadix von bis zu etwa 80 cm entwickeln kann.
Wenn sich schließlich die charakteristische Spirale ausbildet, gehört A. wendlingeri zu den visuell ungewöhnlichsten Anthurien überhaupt.
Variegata.Vienna Einschätzung
| Kategorie | Bewertung |
|---|---|
| Botanische Seltenheit | ★★★★☆ |
| Historisches Interesse | ★★★★☆ |
| Kultivierbarkeit | ★★★★☆ |
| Zierwert | ★★★★★ |
| Sammlerwert | ★★★★★ |
| Botanische Eigenständigkeit | ★★★★★ |
Variegata.Vienna Einschätzung
Eine außergewöhnlich charakteristische Anthurie, die einen hängenden epiphytischen Wuchs mit extrem langen Blättern und einem der spektakulärsten Blütenstände innerhalb der Gattung verbindet.
Die Entwicklung des zunächst geraden Spadix zu einer langen, spiralförmigen Struktur verleiht der ausgewachsenen Pflanze einen Charakter, der innerhalb der Anthurien kaum seinesgleichen findet.
Nomenklatur
Akzeptierter Name:
Anthurium wendlingeri G.M.Barroso
Familie:
Araceae
Gattung:
Anthurium Schott
Sektion:
Porphyrochitonium
Erstveröffentlichung:
1965
Originalpublikation:
Boletín de la Sociedad Venezolana de Ciencias Naturales 26: 151–152.
Infraspezifische Taxonomie
Die moderne taxonomische Behandlung umfasst die typische Form sowie:
Anthurium wendlingeri var. horichii Croat
Bei der Rangstufe der typischen Form bestehen zwischen aktuellen Datenbanken und der regionalen Revision von 2024 Unterschiede.
Kew führt die typische Form derzeit als A. wendlingeri subsp. wendlingeri, während Ortiz et al. (2024) die Rangstufe A. wendlingeri var. wendlingeri verwenden.
Diese unterschiedliche Rangbehandlung wird hier bewusst transparent dargestellt.
Synonym
Anthurium kubickii Croat
wird in der Revision von Ortiz et al. (2024) als Synonym von Anthurium wendlingeri var. horichii behandelt.
Historische & wissenschaftliche Quellen
Barroso, G.M. (1965).
Especie nueva de Anthurium (Araceae) originaria de Costa Rica.
Boletín de la Sociedad Venezolana de Ciencias Naturales 26: 151–152.
Croat, T.B. (1983).
A Revision of the Genus Anthurium (Araceae) of Mexico and Central America.
Annals of the Missouri Botanical Garden 70.
Croat, T.B. et al. (2022).
The current status of Anthurium sect. Porphyrochitonium (Araceae) and allies, with many new species from Central and South America.
Aroideana 45.
Ortiz, O.O., Cedeño-Fonseca, M., Jiménez, J.E. & Hughes, J.M. (2024).
The pendent species of Anthurium sect. Porphyrochitonium from Costa Rica and Panama: synopsis, nomenclatural notes, new species, and conservation status.
Webbia 79(2): 311–350.
Royal Botanic Gardens, Kew.
Plants of the World Online: Anthurium wendlingeri G.M.Barroso.
Variegata.Vienna Enzyklopädie
Anthurium wendlingeri gehört zu den außergewöhnlichsten hängenden Anthurien Mittelamerikas.
1965 von Graziela M. Barroso aus Costa Rica beschrieben, wächst die Art als Epiphyt in feuchten tropischen Wäldern von Nicaragua bis Kolumbien.
Ihre langen, schmalen Blätter verleihen der ausgewachsenen Pflanze eine unverwechselbare hängende Architektur. Doch erst der Blütenstand macht sie wirklich außergewöhnlich.
Der junge Spadix beginnt relativ gerade. Mit zunehmender Entwicklung krümmt er sich immer stärker und bildet schließlich eine lange, spiralförmige Korkenzieherstruktur, die bis zu etwa 80 cm erreichen kann.
Moderne taxonomische Untersuchungen haben außerdem gezeigt, dass die Art wesentlich variabler ist, als es die ursprüngliche Beschreibung vermuten ließ. Die Anerkennung von var. horichii und die spätere Einordnung von A. kubickii als deren Synonym zeigen, wie dynamisch unser Verständnis dieser faszinierenden Gruppe weiterhin ist.
Für Variegata.Vienna steht Anthurium wendlingeri deshalb für etwas Besonderes: eine Pflanze, deren außergewöhnliches Erscheinungsbild von einer ebenso außergewöhnlichen botanischen Geschichte begleitet wird.
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